Samstag, 28. Juli 2012

Wird Popmusik doch nicht besser?

aus DiePresse.com, 27.07.2012 | 13:13 |

Studie:  
Popmusik wird lauter, aber nicht besser

Die Aufnahme-Lautstärke nahm über die Jahre stetig zu. Die Vielfalt an Akkorden und Melodien ging beständig zurück.

Eltern wussten es schon lange: Pop- und Rockmusik sind über die Jahre lauter geworden, aber nicht origineller. Nun liegt für die Nostalgiker unter den Musikfans ein wissenschaftlicher Beweis vor, denn eine Computeranalyse von fast einer halben Million Liedern aus den Jahren 1955 bis 2010 ergab, dass die Aufnahme-Lautstärke über die Jahre stetig zunahm. Die Vielfalt an Akkorden und Melodien ging hingegen beständig zurück, wie aus einer Studie im Online-Wissenschaftsmagazin "Scientific Reports" hervorgeht.

siehe dagegen:

Produktion nach der Schablone

Die Studie unter der Leitung von Joan Serrà vom Nationalen Spanischen Forschungsrat befasste sich nicht nur mit Pop- und Rockmusik, sondern auch mit Hip Hop, Metal und elektronischer Musik. Namentlich wurden bestimmte Songs in der Studie nicht an den Pranger gestellt, sondern es wurden allgemeine Muster der Musik untersucht. "Vieles deutet auf einen bedeutenden Anteil von Schablonenhaftigkeit bei der Entwicklung und Produktion zeitgenössischer westlicher populärer Musik hin", lautete ein Fazit.

Wir basteln einen Hit

Serrà gab angesichts der ernüchternden Ergebnisse seiner Studie gleich noch eine Empfehlung ab, wie ein altes Lied "modern" gemacht werden könnte: Die meistverbreiteten Akkorde nutzen, die Instrumente weiterentwickeln und alles einfach lauter aufnehmen.

(APA/AFP)


Nota.

Ständig komplexer, sagen die einen, ständig eintöniger, sagen die andern. Das liegt wohl daran, dass sich ästhetische Qualitäten naturgemäß schlecht quantifizieren und gar statistisch aufbereiten lassen. 
J.E.

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